Die deutsche Fernsehgeschichte
TV-Geräte gehören in der heutigen Zeit beinahe zum Grundinventar eines jeden Wohnzimmers. In vielen deutschen Haushalten sorgt der Fernseher Abend für Abend beinahe selbstverständlich für Information und Unterhaltung. Das Fernsehprogramm ist heute so abwechslungsreich wie nie und bietet Sendeformate für jeden Geschmack. Viele Haushalte in der Bundesrepublik verfügen sogar über mehrere Fernsehgeräte, so dass auch im Schlafzimmer nicht auf den spannenden Tatort oder auf die neueste Folge der Lieblingsserie verzichtet werden muss. Und was wäre ein DVD-Player ohne den passenden Fernseher? Die Entstehung des TVs, so wie wir ihn heute kennen, zieht eine lange Geschichte mit sich.
Die Wurzeln des Fernsehens
Im Jahr 1883 entwickelte der Techniker Paul Nipkow ein elektrisches Teleskop, welches Bilder zerlegen und wieder zusammensetzen konnte. Die Funktionsweise dieses Teleskops basiert auf einer rotierenden Scheibe, die spiralförmige Löcher enthielt. 1897 wurde die so genannte Braunsche Röhre erfunden. Mit ihr wurde es möglich, aufeinander folgende Bildpunkte auf eine mit Leuchtmittel beschichtete Glasscheibe zu projizieren. Damit waren die Grundlagen der Bilddarstellung geschaffen, auf denen auch die Funktionsweise des Fernsehers beruht.
Die Erfindung des Fernsehens
Der allererste Fernseher wurde im Jahr 1928 auf der Funkausstellung in Berlin zu einer der Hauptattraktionen. Das Bild des ersten Fernsehgeräts wurde nach dem Prinzip des elektrischen Teleskops von Nipkow erzeugt. Es war gerade einmal vier Zentimeter groß und konnte bei 30 Zeilen im Schnitt 12,5 Bilder pro Sekunde wiedergeben. Die Anzahl der Bildzeilen erhöhte sich in den kommenden Jahren fortlaufend, vor allem nachdem ab 1930 die erste Braunsche Röhre für die Bilderzeugung in Fernsehgeräten verwendet wurden. Das erste regelmäßige Fernsehprogramm wurde ab 1935 vom deutschen Fernsehfunk ausgestrahlt.
Startschwierigkeiten eines Massenmediums
Im Zeitalter der LCD und LED Fernseher ist das kaum vorstellbar: in seiner Anfangszeit war das Fernsehen in Deutschland alles andere als ein voller Erfolg. Der Grund für die anfänglichen Startschwierigkeiten des heutigen Massenmediums bestand vor allem darin, dass ihm zunächst ein breites Publikum fehlte. Die Geräte waren teuer, so dass sich nur die wenigsten Bundesbürger einen eigenen Fernseher leisten konnten und dementsprechend lange dauerte es, bis sich dieses Kommunikationsmedium letzten Endes etablieren konnte.
Von den Fernsehstuben in die heimischen Wohnzimmer
Seinen großen Durchbruch erlebte der Fernseher in Deutschland erst ab Mitte der fünziger Jahre, nachdem unter anderem die Krönung der englischen Königin und die Fußballweltmeisterschaft in Schweiz live im deutschen TV übertragen wurden. Nach und nach hielt das Fernsehen immer mehr Einzug in die bürgerlichen Haushalte der Republik und veränderte zunehmend die Lebensgewohnheiten der Bundesbürger. Obwohl es anfangs nur ein Fernsehprogramm gab, bleiben die Deutschen nun häufiger als früher zu Hause und besuchten seltener Kinos und andere öffentliche Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens.
Im Jahr 1963 wurde mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen ein weiteres Programm eingeführt. Ein Jahr darauf starteten die regionalen dritten Programme ihren Sendeauftrag. Und als im Jahr 1967 schließlich auch in Deutschland das Farbfernsehen eingeführt wurde, war der Siegeszug des Fernsehers in der Bundesrepublik nicht mehr aufzuhalten.